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Meine Rolle: Schriftdesigner | Technologies: FontForge, Inkscape, Bleistift, Pinselstift

Design und Entwicklung der Schrift "TeenRay"

Herausforderung

Meine Print- und Webprojekte sollten im Bereich des Editorial Webdesigns auf ein neues gestalterisches Niveau gehoben werden. Dafür wollte ich mit einer ausdrucksstarken, unverwechselbaren Typografie arbeiten und mich gleichzeitig intensiv mit dem Thema Schriftdesign auseinandersetzen. Die logische Konsequenz war die Entwicklung einer eigenen Schrift.

Im Mittelpunkt stand ein lockerer, intuitiver Umgang mit den einzelnen Glyphen. Die Schrift sollte nicht möglichst neutral funktionieren, sondern als charakterstarke Display-Schrift eine eigene visuelle Sprache entwickeln und den Betrachter dazu einladen, sich auf das Schriftbild einzulassen. Sie ist bewusst nicht für längere Fließtexte konzipiert.

Research & Konzept

Als gestalterische Grundlage analysierte ich experimentelle Printprodukte und Editorial-Designs der 1990er-Jahre. Dabei interessierte mich insbesondere die Frage, wodurch Typografie eine Botschaft transportiert und eine starke visuelle Wirkung entfaltet.

Ausgehend von zwei Grunge-Schriften entwickelte ich erste Skizzen und kombinierte deren gestalterische Ansätze zu einer eigenen Formensprache. Durch zahlreiche Iterationen entstand ein immer klareres Bild der gestalterischen Möglichkeiten und des späteren Einsatzbereichs der Schrift.

Schriftentwicklung

Da die Schrift nahezu ausschließlich aus Versalien besteht und jede Glyphe einen individuellen Charakter besitzt, konnte ich den klassischen Entwicklungsprozess bewusst verlassen. Anstatt zunächst die Grundformen der Gemeinen (Kleinbuchstaben) zu definieren, entwickelte ich die Buchstaben frei und unabhängig voneinander.

Die analogen Skizzen wurden eingescannt, in Inkscape vektorisiert und hinsichtlich Formgebung sowie Knotenanzahl optimiert. Anschließend importierte ich die Glyphen in FontForge, wo die eigentliche Schrift entstand.

Dort wurden sämtliche Glyphen technisch ausgearbeitet, mit Hinting versehen, anhand unterschiedlicher Wortlisten getestet und durch Kerning-Paare optisch aufeinander abgestimmt. Gerade bei einer experimentellen Display-Schrift ist dieser Feinschliff entscheidend für ein harmonisches Schriftbild.

Test & Validierung

Abschließend exportierte ich die Schrift sowohl als OTF-Datei für Desktop-Publishing-Anwendungen als auch im WOFF2-Format für den Einsatz im Web. In zahlreichen Praxistests überprüfte ich Laufweiten, Kerning und die Wirkung verschiedener Wortkombinationen.

Da die Schrift bewusst einen experimentellen und unkonventionellen Charakter besitzt, war keine mathematische Perfektion das Ziel. Vielmehr ging es darum, die typografische Eigenständigkeit zu bewahren und den lebendigen, rauen Ausdruck der Schrift auch in der finalen Version zu erhalten.